Klavier und Keyboard

Klavier und Keyboard sind unterschiedliche, jeweils eigenständige Instrumente.
Ein Wechsel vom Klavier zum Keyboard ist in der Regel einfacher als umgekehrt. Dies liegt vor allem daran, dass die Klaviertasten deutlich schwerer sind.

Bei einem Klavier wird der Ton mechanisch erzeugt. Durch Herunterdrücken einer der 88 Tasten wird ein Hämmerchen gegen eine Saite geschlagen, die dadurch in Schwingung gerät. Bei der am weitesten verbreiteten Form des Klaviers sind die Saiten diagonal von oben nach unten gespannt. Bei einem Flügel verlaufen die Saiten hingegen horizontal, wodurch er seine spezielle Form erhält. Mit den zwei oder drei Fußpedalen kann der Klang beeinflusst werden.

Angesichts seines enormen Tonumfangs, seiner beträchtlichen dynamischen Bandbreite und der Möglichkeit - anders als auf Melodieinstrumenten - auch mehrstimmig zu spielen, bietet das Klavier vielfältigste Möglichkeiten. Dementsprechend existiert für kein anderes Instrument ein auch nur annähernd so reiches Repertoire an Kompositionen und Arrangements. Das Klavier kann sowohl als Solo- als auch als Begleitinstrument genutzt werden und wird in fast allen Musikstilen und Instrumentalkombinationen eingesetzt. Es gehört jedoch nicht zur Standardbesetzung eines klassischen Orchesters.

Ein durchschnittlich großes Kind der 1. Klasse kann in der Regel mit dem Klavierspiel beginnen. Kinder mit sehr kleinen Händen bzw. sehr kurzen Fingern tun sich beim Herunterdrücken der Tasten möglicherweise schwer, insbesondere mit dem kleinen und dem Ringfinger. Günstige Voraussetzungen für das Klavierspiel sind Fingerfertigkeit, eine wenigstens durchschnittliche rhythmische Begabung und eine gut entwickelte Lesebereitschaft und -fähigkeit.

Das Klavier mag eine normale Raumtemperatur und -feuchtigkeit und sollte keinen großen Schwankungen ausgesetzt sein. Es darf weder dem prallen Sonnenlicht ausgesetzt sein noch direkt vor einem Heizkörper oder Ofen stehen. Die Maße eines Klaviers betragen etwa: Breite 148 cm, Tiefe 58 cm, Höhe 108 cm und mehr.
Der Preis eines Klaviers hängt von der Qualität und Ausführung sowie der Höhe des Instruments ab. Einstiegsmodelle namhafter Hersteller kosten etwa 4.000 Euro. Der Klavierfachhandel bietet Instrumente zum Mieten bzw. zum Mietkauf unter Anrechnung von bis zu 12 Monatsmieten auf den Kaufpreis an. Als Zubehör ist eine höhenverstellbare stabile Klavierbank erforderlich, eventuell auch eine Klavierlampe zum Lesen der Noten. Die Unterhaltungskosten betragen etwa 100 Euro jährlich für eine turnusmäßige Stimmung.

Einige Hersteller bieten Klaviere mit Stummschaltung an, bei der eine Gummistange die Hämmerchen vor dem Aufprall auf die Saiten abfängt. Der Ton wird dann digital erzeugt und kann über Kopfhörer gehört werden.

Bei sogenannten E-Pianos wird der Ton ausschließlich elektronisch erzeugt. Sie sind kein vollwertiger Ersatz für ein richtiges Klavier. Es bestehen erhebliche Unterschiede hinsichtlich des Klangs und des Spielgefühls. Der Preis für ein E-Piano ist zwar deutlich geringer als für ein richtiges Klavier, jedoch verliert ein E-Piano sehr viel schneller seinen Wert, während ein richtiges Klavier bei guter Pflege über Jahrzehnte einen beträchtlichen Teil seines Neuwerts behält. Insgesamt stellt ein E-Piano nur eine Notlösung für den anfänglichen Klavierunterricht dar. Gerade anspruchsvollere Klavierliteratur lässt sich nur auf einem richtigen Klavier adäquat spielen.
Ein Keyboard ist in keiner Weise als Übungsinstrument zum Erlernen des Klavierspiels geeignet.

Keyboard

Keyboard

Das Keyboard ist ein eigenständiges Instrument und eignet sich nicht als Ersatz für ein richtiges Klavier. Es wird vor allem als Band-Instrument eingesetzt, kann aber auch als Soloinstrument oder Begleitinstrument für Gesang oder andere Instrumente genutzt werden. Auf dem Keyboard wird dementsprechend überwiegend bis ausschließlich Pop- bzw. Unterhaltungsmusik gespielt.

Der Klang wird elektronisch erzeugt und über die eingebauten Lautsprecher hörbar gemacht. Er kann auch über einen zusätzlichen Lautsprecher verstärkt oder über Kopfhörer gehört werden. Das Keyboard hat standardmäßig 61 Tasten, die schmaler und deutlich leichter als Klaviertasten sind. Zu den zahlreichen technischen Möglichkeiten des Keyboards gehört, dass es den Klang anderer Instrumente imitieren, aber auch synthetische Klänge produzieren kann. Die Tastatur kann geteilt und den beiden Bereichen können unterschiedliche Klänge zugeordnet werden (Split-Funktion). Außerdem kann dem Spiel ein einfaches Metrum, eine komplette Rhythmus- bzw. Schlagzeugbegleitung oder eine sonstige Klangbegleitung unterlegt werden. Darüber hinaus bietet das Keyboard die Möglichkeit, das eigene Spiel aufzunehmen und Akkordfolgen zu speichern, sowie in Verbindung mit einem Computer und unter Zuhilfenahme entsprechender Noten- bzw. Kompositionsprogramme bspw. Einzelstimmen einzuspielen und auf dem PC zusammenzuführen.

In unserem Keyboardunterricht bilden wir beide Hände als Spielhände aus, auch die linke Hand. Wir vermitteln nicht nur das Melodiespiel, sondern leiten auch zum akkordischen bzw. mehrstimmigen Spielen an.
Wir empfehlen, das Keyboardspiel frühestens ab einem Alter von etwa acht Jahren zu beginnen. Günstige Voraussetzungen sind Interesse an Popmusik, ein gutes Koordinationsvermögen beider Hände und eine gute rhythmische Begabung.

Ein für die ersten Unterrichtsjahre ausreichendes Keyboard ist ab etwa 300 Euro erhältlich. Es muss unbedingt über eine Anschlagsdynamik verfügen und sollte eine oben beschriebene Split-Funktion der Tastatur haben. Außerdem sind ein Keyboardständer und ein höhenverstellbarer Keyboardstuhl erforderlich.
Unsere Musikschule verleiht keine Keyboards.

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